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„Es hat sich 13 Mal gemeldet und das stresste uns schon sehr“, erzählt Ben über den Umgang mit der Babypuppe. Sein Mitschüler Nick ergänzt: „Ich habe gar nichts vom Dokumentarfilm mitbekommen, weil ,Dieter‘ schon wieder schrie.“ So hatten die Jugendlichen ihren Simulator selbst getauft.
Im Rahmen des Projekts „Baby-Bedenkzeit“ wurden die Achtklässler zunächst mit sogenannten Schwangerschaftswesten ausgestattet, um die körperlichen Belastungen einer Schwangerschaft nachzuempfinden. Anschließend arbeiteten sie in Dreiergruppen und betreuten jeweils einen Babysimulator täglich von 8 bis 12 Uhr über die gesamte Woche hinweg.
Die Puppen reagieren wie echte Säuglinge: Sie wollen gefüttert, beruhigt und richtig gehalten werden. Ein integrierter Chip registriert Fehler sofort. Wird etwa das Köpfchen nicht korrekt gestützt, gibt es Punktabzug. Unter den Jugendlichen entwickelte sich schnell ein kleiner Wettbewerb darum, wer die beste Versorgung nachweisen konnte.
Zum Projekt gehörten außerdem praktische Alltagserfahrungen. Die Schülerinnen und Schüler gingen einkaufen und berechneten die Kosten, die ein Baby täglich verursacht. Zudem beschäftigten sie sich mit den Folgen von Alkohol- und Drogenkonsum in der Schwangerschaft sowie mit dem sogenannten Schütteltrauma.
Auch außerhalb der Schule hinterließen die Jugendlichen einen positiven Eindruck. Verkäuferinnen aus Geschäften im Ort meldeten Schulsozialarbeiterin Steffi Lieschke zurück, dass sich die Gruppen ausgesprochen gut benommen hätten.
„Ein wirklich tolles Projekt. Ich hoffe nur nicht, dass sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind. Ich will noch keine Schulomi werden“, sagt Steffi Lieschke lachend. Gleichzeitig sei deutlich geworden, dass die Jugendlichen verstanden hätten, wie viel Verantwortung und Zeit ein Baby brauche.
Die Babysimulatoren wurden von der Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit Inteam aus Rostock ausgeliehen. Steffi Lieschke hatte dafür bereits 2024 eine spezielle Weiterbildung besucht, um das Projekt im Jahr 2025 und nun auch in 2026 an der Regionalen Schule durchführen zu können.
Das Projekt „Baby-Bedenkzeit“ wird an Schulen eingesetzt, um Jugendliche für Themen wie Verantwortung, Familienplanung und die Anforderungen des Elternseins zu sensibilisieren. Steigen die Zahlen der Schwangerschaften von Teenies doch wieder an. Die realistisch gestalteten Babysimulatoren zeichnen dabei den Umgang der Teilnehmenden auf und machen den Alltag mit einem Säugling möglichst lebensnah erfahrbar.
08.05.2026 Allgemein
Stefanie BeschZimmer 112Tel. +49 (0) 38393 / 374-38E-Mail
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